VADA – Verein zur Anregung des dramatischen Appetits
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SCHNEE
Melancholisches Heimkehreridyll
nach Konstantin Paustovskij
und Alexander Solschenizyn

Textmontage, Inszenierung, Schauspiel und Ausstattung:
Yulia Izmaylova und Felix Strasser
Plakat
Potapov kehrt nach fünf Jahren im GULAG in sein Elternhaus in der südrussischen Provinz zurück. Anstatt des Vaters, der kürzlich verstorben ist, findet er dort eine junge Schauspielerin aus Moskau vor, die das Haus gekauft hat...

Konstantin Paustovskijs Erzählung «Schnee» ist ein melancholisches Heimkehreridyll über zwischenmenschliches Verstehen und die Sehnsucht nach einem warmen Fleckchen.
     Um das apolitische Stimmungsbild gemäß Paustovskijs antistalinistischer Ideologie anzureichern, wurden in seine Erzählung Passagen aus Alexander Solschenizyns «Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch» und «Archipel GULAG» eingearbeitet.
KONSTANTIN PAUSTOVSKIJ (1892-1968) drückt in Kiev gemeinsam mit Michail Bulgakov die Schulbank und beginnt in Moskau ein Philosophiestudium. Im Ersten Weltkrieg dient er als Sanitäter in Polen und Weißrussland. Anschließend arbeitet er in metallurgischen Fabriken und als Fischer in verschiedenen russischen Städten. Nach der Oktoberrevolution und während des Zweiten Weltkriegs ist er als Journalist in Odessa und im Kaukasus tätig.
     Seine ersten Erzählungen – Seefahrerabenteuer vermischt mit Autobiographischem – erscheinen 1928. In den 30er Jahren entdeckt er für sich als Leitmotiv die Kraft der Natur und die Kostbarkeit menschlicher Wärme. Als Verfasser von Naturbeschreibungen, Künstlerbiographien und zutiefst menschlichen Erzählungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit protestiert er gegen den Zwang der Parteilichkeit im sowjetischen Literaturbetrieb. Nach Stalins Tod setzt er sich für die Rehabilitierung verfolgter Schriftsteller wie Isaak Babel, Michail Bulgakov und Jurij Olescha ein und unterstützt Literaten, die die Wahrheit über das Stalinregime aussprechen.
     Paustovskij ist der russische Mario Rigoni Stern.
ALEXANDER SOLSCHENIZYN (1918-2008) dient nach dem Mathematikstudium in Rostov am Don im Zweiten Weltkrieg bei Kursk, Minsk und in Ostpreußen als Schallmesstechniker. Im Februar 1945 wird er wegen Verunglimpfung des Genossen Stalin in einem Brief, den er von der Front an seinen Schwager schreibt, zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt, die er zunächst in und um Moskau ableistet. Wegen eines Streits mit einem Vorgesetztem wird er 1950 in ein kasachisches Steppenlager verlegt. Nach seiner Straffrist wird er in die Verbannung auf Lebenszeit in den Süden Kasachstans entlassen.
     1957 wird er rehabilitiert, kann in Rjazan als Astronomielehrer unterkommen und beginnt unaufhörlich zu schreiben. Seine erste Publikation gelingt 1962 mit «Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch«, akribischen Beschreibungen des Lagerlebens. Unter Breschnew wird er vom KGB überwacht, mehrere Manuskripte werden konfisziert. Nach der Veröffentlichung seines Monumentalwerks «Archipel GULAG» in Paris wird er ausgebürgert, lebt in Zürich und Vermont und richtet einen Hilfsfonds für Lagerhäftlinge und deren Familien ein. 1990 kehrt er zurück nach Russland, wird geehrt – und Nationalist, wobei ihn die Staatsführung nach Kräften unterstützt.
Aufführungen:

12.01.2010 | 19:00 | Kremlhoftheater Villach
12.01.2010 | 20:00 | Kremlhoftheater Villach
19.01.2010 | 19:00 | Kremlhoftheater Villach
19.01.2010 | 20:00 | Kremlhoftheater Villach
20.01.2010 | 18:30 | Universität Klagenfurt
02.02.2010 | 19:00 | Kremlhoftheater Villach
02.02.2010 | 20:00 | Kremlhoftheater Villach

21.12.2011 | 19:00 | Kremlhoftheater Villach
21.12.2011 | 20:00 | Kremlhoftheater Villach
31.12.2011 | 15:00 | Kremlhoftheater Villach
31.12.2011 | 16:00 | Kremlhoftheater Villach
31.12.2011 | 17:30 | Kremlhoftheater Villach

02.01.2012 | 17:30 | Kremlhoftheater Villach
16.01.2012 | 20:00 | Kremlhoftheater Villach
28.01.2012 | 19:00 | Herrgottswinkel

05.02.2013 | 20:00 | Jugendstiltheater Klagenfurt
06.02.2013 | 20:00 | Jugendstiltheater Klagenfurt
07.02.2013 | 20:00 | Kremlhoftheater Villach
14.02.2013 | 20:00 | Jugendstiltheater Klagenfurt
19.02.2013 | 20:00 | Jugendstiltheater Klagenfurt
08.12.2013 | 20:00 | Jugendstiltheater Klagenfurt
12.12.2013 | 20:00 | Jugendstiltheater Klagenfurt
13.12.2013 | 20:00 | Jugendstiltheater Klagenfurt
14.12.2013 | 20:00 | Jugendstiltheater Klagenfurt
15.12.2013 | 20:00 | Jugendstiltheater Klagenfurt

Das Publikum wird ersucht, warm eingepackt zu erscheinen und wird mit fair gehandeltem Schwarztee aus der Thermoskanne bewirtet!
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